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Was für Farben gibt es bei uns?
Auszug aus dem Genetikbericht von © Christina
Röllin
Schimmel (G/g oder G/G):
Echte Schimmel kommen im Gegensatz zu weissgeborenen Pferden “farbig” auf die Welt. Mit zunehmendem Alter setzt eine progressive Vergrauung ein, bei der zum Ende ein praktisch weisses Haarkleid aber unverändert schwarze Haut resultieren (Ausnahmen bilden weisse Abzeichen). Auch beim grundsätzlich dominat vererbten “Schimmeleffekt” gibt es grosse Unterschiede bezüglich Intensität und Geschwindigkeit der Vergrauung. Wegen der dominanten Wirkung dieses Allels können homozygote Schimmel nur Schimmel als Nachkommen zeugen. Bekannt ist der bis heute nicht vollständig geklärte Zusammenhang zwischen schimmelfarbigen Pferden und der erhöhten Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Melanome (Hautkrebs - “Schimmelkrebs”). Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, auch in Verbindung mit den Melanomen, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht verfügbar. Seit Anfang 2002 besteht ein Markertest; dieser ist allerdings nur aussagekräftig, wenn Grosseltern, Eltern und Nachkommen geprüft werden können. Palomino/Buckskin/Somky Black (Cr/cr): Das Gen C mit dem Allel Ccr hellt das Phäomelanin auf, das ist das rote Pigment was sich stark auf den Phänotyp auswirkt. Ganz besonders gut sieht man es bei Füchsen. Aus denen ergibt sich ein Palomino. Sie haben eine gold- bis dunkelgoldfarbene Grundfarbe mit weisser bis silbriger Mähne, Schopf und Schweif. Aus einem Braunen, der nicht das Fuchsgen trägt, gibt es einen Buckskin, nicht zu verwechseln mit Dun. Seine Körperfarbe ist hellgelb- bis dunkelgelbfarben. Mähne, Schopf, Schweif und Beine sind schwarz. Aus einer homozygot, rezessiven Kombination fallen cremefarbene, fast weisse Pferde, die sogenannten Cremellos und Perlinos. Der Cremello/Perlino/Smoky Cream (Cr/Cr): Der Cremello/Perlino/Smoky Creme trägt das Gen mit den Allelen CcrCcr und ist somit homozygot (reinerbig). Er ist fast weiss ohne Pigmentierung mit blauen Augen. In der Anpaarung mit einem farbigen Partner bringt dieser ausnahmslos aufgehellte Fohlen. Fuchs = Palomino; Braun = Buckskin oder Palomino; Rappe = die Smoky Blacks oder Palominos, je nachdem was der farbige Partner trägt. Z.B. eine braune Stute, die Träger des Allels E (Fuchs) ist, kann Palomino oder Buckskin bringen. Dies gilt auch für Schecken. Aus Braunschecke kann es Falb- oder Palominoschecke geben. Aus Fuchsschecke gibt es Palominoschecke und aus Rappschecke gibt es Palomino- oder Smoky Blackschecken. Champagne (Ch/ch oder Ch/Ch:
Dieser Name steht auch für aufgehellte Pferde.
Für diese Aufhellung ist das CH-Gen verantwortlich. Das bedeutet, dass auch dieses Gen die Grundfarbe aufhellt. Dieses Gen macht aus einem Braunen einen Amber Champagen, aus einem Fuchs einen Golden Champagne, aus einem Rappen einen Classic Champagne und aus einem Dunkelbraunen einen Sable Champagne.
Dun (D/d oder D/D):
Nicht zu verwechseln mit dem Buckskin. Der Dun hat eine rote Pigmentauflösung zu hellrot und schwarz zu weiss. Seine Point habe keine Auflösung. Seine Farbauflösung ist begleitet von einem Streifen auf dem Rücken (Alstrich). An den oberen Teilen der Beine hat er eine sogenannte Zebrastreifung und am Widerrist einen Querstreifen, wie man es oft bei den Eseln sieht. Sein Gen ist nicht C wie beim Falben sondern er trägt das Gen D. Silver Dapple (Z/z oder Z/Z): Das Gen für Silver heisst Z und es beeinflusst das Pigment Eumelanin. Es hat Einfluss auf den ganzen Körper, das heisst: Es hellt das Eumelanin auf. Eine starke Dominanz ist bei der Kombination ZZ beobachtet worden, weniger stark ist es bei Mischerbigkeit. Normale Farbe bedeutet zz. Mit diesem Gen sehen Rappen aus wie Mausfarbene und Braune wie Füchse. Wenn der Unfall passiert und aus zwei Füchsen fällt ein braunes Fohlen, so kann es sein, das ein Elternteil nicht Fuchs, sondern Silver Dapple war. Dieses Gen betrifft nur Rappen oder Braune. Ein Fuchs kann dieses Gen tragen, ohne es zu zeigen. Eine starke Schimmelung, manchmal in weniger als zwei Jahren, kann bedeuten, dass das Pferd die Kombination Z_,G_ trägt oder auch, wenn das Fohlen weiss zur Welt kommt. Flaxen: Aufgehellter Schopf-Mähne-Schweif (f): Aufgehellte Mähne, Schopf und Schweif sieht man vor allem bei Füchsen. Ganz selten auch bei Braunen und Rappen, was ich noch nie in Natura gesehen habe. Sie führen die Kombination "ff", den dieses Gen ist rezessiv. Bei diesem Gen sind ausschliesslich die Behänge betroffen. Die Behänge der Füchse bekommen durch dieses Gen eine hellblonde, manchmal fast weisse Farbe, was aber nichts mit einem Palomino zu tun hat. Bei Braunen ist die Färbung meist ganz dunkelblond und bei Pferden mit schwarzer Pigmentierung kann man diese noch an den Extremitäten feststellen. Raon (Rn)= Farbwechsler = Mohrenkopfschimmel: Pferde aller Farben können als Zusatz zu ihrer Grundfarbe Roan aufweisen (bei älteren Schimmeln und weiss geborenen Pferden ist dieser Effekt offensichtlich schlecht zu erkennen!) Den Roanhaareffekt, besitzt ein Pferd ab Geburt. Verwechslungen mit noch unvollständig vergrauten Schimmeln und Stichelhaarigen liegen auf der Hand und sind natürlich möglichst zu vermeiden. Roan werden dominant vererbt und stehen in Zusammenhang mit dem sogenannten “KIT-Gen”. Nicht für alle aber für viele Rassen besteht die Möglichkeit eines Markertests (Marklung et al., 1999). Homozygot scheint Roan letal zu sein, analog zur Situation bei der dominaten weissen Farbe. Es wird deshalb ebenfalls davon abgeraten, roanhaarig Pferde dieses Farbtyps miteinander zu verpaaren. Man muss sich vorstellen, ein roanfarbenes Pferd wechselt seine Farbe 4x jährlich. Somit hat man quasi zu jeder Jahreszeit ein andersfarbiges Pferd im Stall stehen, obwohl es das gleiche ist. Bis hierher ist es ein Auszug aus dem Genetikbericht, geschrieben von Ch. Röllin, das © liegt bei ihr und es darf nichts kopiert werden Brindle: Dabei handelt es sich um gestreifte Pferde. Bekannt sind Streifen bei Isländern, Quarter Horses, Warmblütern, Englischen Vollblütern, Vollblutarabern und Criollos. Manche Streifen entwickeln sich erst im Laufe des Lebens und sehen aus wie das gestromte Fell eines Boxers oder eines Bullen. Da es so viele verschiedene gestreifte Pferde gibt, ist ihr Exterieur und das Stockmaß unterschiedlich. Brindle ist eine seltene und auffällige Fellfarbe. Die Pferde haben hellere oder dunklere Streifen auf der Grundfarbe die sich vor allem am Rumpf und Hals zeigen, aber auch über den ganzen Körper verteilt sein können. Manchmal ist auch nur eine Körperhälfte gestreift. Die Ursache für Brindle ist noch nicht erforscht. Da Brindles aber von normal gefärbten Elterntieren abstammen und ihre Zeichnung nur teilweise reproduzierbar ist, ist die Vererbung nicht nur von einem Gen abhängig. Gentests bei zwei Brindlepferden haben gezeigt, das sie zwei Gensätze haben. Die helleren Fellpartien werden von einem Gensatz gesteuert, die dunkleren von einem Zweiten. Pearl (PRL/prl oder PRL/PRL): Pearl ist erst vor kurzem in den USA entdeckt worden. Es tritt in Pasos und Andalusiern auf, sowie in American Quarter Horses, die von "Barlink Macho Man" abstammen. Deshalb wurde das Gen erst "Barlink Factor" und später "Apricot" genannt. Pearl vererbt sich rezessiv. Es hellt in homozygoter Form das Fell ähnlich auf wie das Creamgen in heterozygoter Form. DIV. SCHECKUNGEN
Der Tobiano (To/to oder To/To):
Die Tobianoscheckung ist von der Seite her gesehen eine senkrechte Zeichnung, die meistens über die Rückenlinie geht. Dazu haben die Pferde gerne 4 weisse, oder fast weisse Beine und weniger weiss im Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist ganz klar und ruhig. Der Overo (O/o - O/O ist lethal): Die Overoscheckung ist von der Seite her gesehen eine waagerechte Zeichnung, die meist nicht über die Rückenlinie geht. Die Beine sind vorwiegend farbig, dafür zeigen sie sehr viel weiss im Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist zerissen und ungleichmässig. Der Overo ist gerne mit dem Defekt OLWS gekoppelt.
Der Tovero:
Der Tovero ist eine Mischung aus Tobiano und Overo.
Der Sabino1 (Sa/sa oder Sa/Sa):
Die Sabinoscheckung beginnt gerne am Bauch, bei Gurtenlage und zieht sich auf der Seite und nach hinten hoch. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist wie beim Overo zerrissen.
Der Tigerschecke:
Es gibt div. Arten von Tigerschecken. Die genauere Definition findet ihr HIER
Rabicano (Rb/rb oder Rb/Rb):
Rabicano ist das spanische Wort für Coon-tail ticking. Das weiße Stichelhaar
verläuft ganz typisch in horizontaler Bänderung am Schweifansatz, wenige weiße Haare setzen sich im Schweif fort (einen
Skunktail / Rabtail (weiße Haare als Schweifdach).
Rabicanos haben gehäuft weiße Stichelhaare auf den Flanken (oft in leichten
Streifen)
und der Körperunterseite. Solche Pferde gibt es bei dem
Arabischen Vollblut, beim Englischen Vollblut, Trakehner usw....
Eine ältere Arbeit deutet auf einfachen dominanten Erbgang hin. Also ein Elterteil sollte diese weiße Bänderung am Schweifansatz auch haben. Eine Verbindung mit dem Overo ist nicht mir nicht bekannt, könnte aber mit Sabino im Zusammenhang stehen. Vielfach tritt Rabicano bei den Rassen auf, die auch Sabinos haben. Das Rabicano häufiger bei Pferden mit weißen Abzeichen vorkommt, könnte denkbar sein.
Weiss (dominant Weiss = W/w - W/W ist lethal):
Es gibt verschiedene Formen von weissen und gescheckten Pferden, die alle auf unterschiedlichen genetischen Ursachen basieren. Hier sprechen wir von weiss geborenen Pferden = Phänotyp schneeweiss, die einen geringen Anteil an Restpigment (Flecken) aufweisen bis hin zu einem sabino gescheckten Pferd. Weiss geboren oder dominant Weiss, “überdeckt” sämtliche anderen Farben und wirkt homozygot letal (tödlich). Weiss geborene Pferde sind somit heterozygote Träger eines dominanten Weissallels. Es wird deshalb nicht empfohlen, weiss geborene Pferde dieses Farbtyps miteinander zu verpaaren. In der Schweiz ist es möglich, ein Test zu machen, der Aussagt, ob das Pferd dominant Weiss ist oder nicht! Der FM-Schecke (dominant Weiss = W/w - W/W ist lethal) Gemäss Aussagen von Prof. Dr. Rieder ist der Schecke beim Freibergerpferd kein Sabinoschecke, auch wenn er so aussieht. Des Weiteren gibt es diese Schecken nicht in homozygoter (reinerbiger) Form. Diese Schecken sind nicht lebensfähig. Das heisst: Jeder Schecke bei dem Freiberger ist heterozygot (mischerbig) und sollte nicht mit einem Freiberger Schecken angepaart werden. Seine Zeichnung ähnelt der Zeichnung des Sabinoschecken. Auch weiss geborene FM-Schecken sind NICHT homozygot, sonder bleiben immer heterozygot. In der Schweiz ist es möglich, ein Test zu machen, der Aussagt, ob das Pferd dominant Weiss ist oder nicht!
Bilder zu diesen Farben:
KLICK HIER
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