- Schimmel:
- Echte Schimmel kommen im Gegensatz zu
weissgeborenen Pferden “farbig” auf die Welt. Mit zunehmendem Alter setzt
eine progressive Vergrauung ein, bei der zum Ende ein praktisch weisses
Haarkleid aber unverändert schwarze Haut resultieren (Ausnahmen bilden
weisse Abzeichen). Auch beim grundsätzlich dominat vererbten
“Schimmeleffekt” gibt es grosse Unterschiede bezüglich Intensität und
Geschwindigkeit der Vergrauung.
Wegen der dominanten Wirkung dieses Allels können homozygote Schimmel nur
Schimmel als Nachkommen zeugen. Bekannt ist der bis heute nicht vollständig
geklärte Zusammenhang zwischen schimmelfarbigen Pferden und der erhöhten
Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Melanome (Hautkrebs -
“Schimmelkrebs”).
Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, auch
in Verbindung mit den Melanomen, ein praxisreifer Test auf das Allel ist
aber noch nicht verfügbar. Seit Anfang 2002 besteht ein Markertest; dieser
ist allerdings nur aussagekräftig, wenn Grosseltern, Eltern und Nachkommen
geprüft werden können.
- Weiss:
- Es gibt verschiedene Formen von weissen
und gescheckten Pferden, die alle auf unterschiedlichen genetischen Ursachen
basieren. Hier sprechen wir von weiss geborenen Pferden, die einen geringen
Anteil an Restpigment (Flecken) aufweisen. Bis auf diese Flecken und die
dunklen Augen sind die Pferde vollkommen depigmentiert und besitzen eine
rosa Haut.
Das Restpigment (Fleckung) kann man sich als eine Art unvollständige
Ausprägung des ansonsten dominant vererbten Weiss vorstellen. Weiss geboren
oder dominant Weiss, “überdeckt” sämtliche anderen Farben und wirkt
homozygot letal (tödlich). Weiss geborene Pferde sind somit heterozygote
Träger eines dominanten Weissallels.
Es wird deshalb nicht empfohlen, weiss geborene Pferde dieses Farbtyps zu
verpaaren. Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen
untersucht, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht
verfügbar.
- Palomino/Buckskin/Somky Black:
- Das Gen C mit dem Allel Ccr hellt das
Phäomelanin auf, das ist das rote Pigment was sich stark auf den Phänotyp
auswirkt. Ganz besonders gut sieht man es bei Füchsen. Aus denen ergibt sich
ein Palomino.
Sie haben eine gold- bis dunkelgoldfarbene Grundfarbe mit weisser bis
silbriger Mähne, Schopf und Schweif. Aus einem Braunen, der nicht das
Fuchsgen trägt, gibt es einen Buckskin, nicht zu verwechseln mit Dun.
Seine Körperfarbe ist hellgelb- bis dunkelgelbfarben. Mähne, Schopf, Schweif
und Beine sind schwarz.
Aus einer homozygot, rezessiven Kombination fallen cremefarbene, fast weisse
Pferde, die sogenannten Cremellos und Perlinos.
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- Der Cremello/Perlino/Smoky Cream:
- Der Cremello/Perlino/Smoky Creme trägt
das Gen mit den Allelen CcrCcr und ist somit homozygot (reinerbig). Er ist
fast weiss ohne Pigmentierung mit blauen Augen.
In der Anpaarung mit einem farbigen Partner bringt dieser ausnahmslos
aufgehellte Fohlen. Fuchs = Palomino; Braun = Buckskin oder Palomino; Rappe
= die Smoky Blacks oder Palominos, je nachdem was der farbige Partner trägt.
Z.B. eine braune Stute, die Träger des Allels E (Fuchs) ist, kann Palomino
oder Buckskin bringen.
Dies gilt auch für Schecken. Aus Braunschecke kann es Falb- oder
Palominoschecke geben. Aus Fuchsschecke gibt es Palominoschecke und aus
Rappschecke gibt es Palomino- oder Smoky Blackschecken.
- Dun:
- Nicht zu verwechseln mit dem Buckskin.
Der Dun hat eine rote Pigmentauflösung zu hellrot und schwarz zu weiss.
Seine Point habe keine Auflösung. Seine Farbauflösung ist begleitet von
einem Streifen auf dem Rücken (Alstrich).
An den oberen Teilen der Beine hat er eine sogenannte Zebrastreifung und am
Widerrist einen Querstreifen, wie man es oft bei den Eseln sieht. Sein Gen
ist nicht C wie beim Falben sondern er trägt das Gen D.
- Silver Dapple:
- Das Gen für Silver heisst Z und es
beeinflusst das Pigment Eumelanin. Es hat Einfluss auf den ganzen Körper,
das heisst: Es hellt das Eumelanin auf. Eine starke Dominanz ist bei der
Kombination ZZ beobachtet worden, weniger stark ist es bei Mischerbigkeit.
Normale Farbe bedeutet zz. Mit diesem Gen sehen Rappen aus wie Mausfarbene
und Braune wie Füchse. Wenn der Unfall passiert und aus zwei Füchsen fällt
ein braunes Fohlen, so kann es sein, das ein Elternteil nicht Fuchs, sondern
Silver Dapple war.
Dieses Gen betrifft nur Rappen oder Braune. Ein Fuchs kann dieses Gen
tragen, ohne es zu zeigen. Eine starke Schimmelung, manchmal in weniger als
zwei Jahren, kann bedeuten, dass das Pferd die Kombination Z_,G_ trägt oder
auch, wenn das Fohlen weiss zur Welt kommt.
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- Aufgehellter Schopf-Mähne-Schweif:
- Aufgehellte Mähne, Schopf und Schweif
sieht man vor allem bei Füchsen. Ganz selten auch bei Braunen und Rappen,
was ich noch nie in Natura gesehen habe. Sie führen die Kombination "ff",
den dieses Gen ist rezessiv.
Bei diesem Gen sind ausschliesslich die Behänge betroffen. Die Behänge der
Füchse bekommen durch dieses Gen eine hellblonde, manchmal fast weisse
Farbe, was aber nichts mit einem Palomino zu tun hat.
Bei Braunen ist die Färbung meist ganz dunkelblond und bei Pferden mit
schwarzer Pigmentierung kann man diese noch an den Extremitäten feststellen.
- Raon = Farbwechsler =
Mohrenkopfschimmel:
- Pferde aller Farben können als Zusatz zu
ihrer Grundfarbe Roan aufweisen (bei älteren Schimmeln und weiss
geborenen Pferden ist dieser Effekt offensichtlich schlecht zu erkennen!)
Den Roanhaareffekt,
besitzt ein Pferd ab Geburt.
Verwechslungen mit noch unvollständig vergrauten Schimmeln und
Stichelhaarigen liegen auf der
Hand und sind natürlich möglichst zu vermeiden. Roan werden dominant
vererbt und stehen in Zusammenhang mit dem sogenannten “KIT-Gen”.
Nicht für alle aber für viele Rassen besteht die Möglichkeit eines
Markertests (Marklung et al., 1999). Homozygot scheint Roan letal zu
sein, analog zur Situation bei der dominaten weissen Farbe. Es wird deshalb
ebenfalls davon abgeraten, roanhaarig Pferde dieses Farbtyps miteinander
zu verpaaren.
- Man muss sich vorstellen, ein
Roanfarbiges Pferd wechselt seine Farbe 4x jährlich. Somit hat man quasi zu
jeder Jahreszeit
ein andersfarbiges Pferd im Stall stehen,
obwohl es das gleiche ist.
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- Bis hierher ist es ein Auszug
aus dem Genetikbericht, geschrieben von Ch. Röllin, das © liegt bei ihr und
es darf nichts kopiert werden
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- Der Tobiano:
- Die Tobianoscheckung ist von der Seite
her gesehen eine senkrechte Zeichnung, die meistens über die Rückenlinie
geht. Dazu haben die Pferde gerne 4 weisse, oder fast weisse Beine und
weniger weiss im Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist ganz
klar und ruhig.
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- Der Overo:
- Die Overoscheckung ist von der Seite her
gesehen eine waagerechte Zeichnung, die meist nicht über die Rückenlinie
geht. Die Beine sind vorwiegend farbig, dafür zeigen sie sehr viel weiss im
Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist zerissen und
ungleichmässig.