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Was für Farben gibt es bei uns?

Auszug aus dem Genetikbericht von © Christina Röllin
 
Fuchs:
Homogene “rötlich-gelbe” bis “rötlich-braune” Fellfarbe; Schopf und Mähne, Schweif und Extremitäten sind gleichfarbig wie der Rest der Körperbehaarung (allfällige weisse Abzeichen an Kopf und Beinen sind davon natürlich ausgenommen).
Die Fuchsfarbe kann von hell bis dunkel variieren. Sie wird rezessiv vererbt und basiert auf einer Punkmutation im sogenannten “Extensionsgen” (Marklund et al., 1996) Das Fuchsallel kann im Labor per Test nachgewiesen werden. 
Fuchsfarbige Pferde sind homozygot für dieses Allel. Die offizielle genetische Bezeichnung (Genotyp) dafür ist “e/e”.
 
Rappe:
Analog zum Fuchs besitzen Rappen einen einheitlich homogenes aber schwarzes Haarkleid; insbesondere haben sie keine deutlichen Aufhellungen an Maul, Augen und Flanke (Ausnahmen bilden wiederum weisse Abzeichen). 
Auch die schwarze Fellfarbe unterliegt leichter Varianten. So finden sich Pferde, die abhängig von der Jahreszeit, ev. der Haltung (viel oder wenig der Sonne ausgesetzt) etwas heller oder dunkler erscheinen oder gar einen leichten Rotschimmer aufweisen. Schwarz wird beim Pferd ebenfalls rezessiv vererbt und basiert auf einem DNA-Verlust (Deletion) im “Agoutigen” (Rieder et al., 2001). 
Das Rappallel kann im Labor per Test nachgewiesen werden. Schwarze Pferde sind homozygot für diese Deletion. Die offizielle genetische Bezeichnung (Genotyp) dafür ist “a/a”. Merke: Die Fuchsfarbe “überdeckt die Wirkung des Rappalles (ist epistatisch). D.h. Pferde mit dem Genotyp “e/e” am Extensionsgen und “a/a” am Agoutigen sind äusserlich immer Füchse und nur “versteckt”, genetisch gesehen, gleichzeitig auch Rappen.
 
Braun:
Vereinfacht gesagt und nur bezogen auf die beiden Gene für Fuchs (Extension) und Schwarz (Agouti), ist jedes Pferd, was nicht ein Fuchs oder ein Rappe ist, muss ein Brauner sein. Das Haarkleid variiert von rötlich-braun bis dunkelbraun mit deutlich anders d.h. schwarzgefärbten Schopf-, Mähnen-, Schweif- und Extremitätenhaar (wiederum Ausnahme weisse Abzeichen). 
Die braune Farbe vererbt sich dominant gegenüber Fuchs und Schwarz. Durch die Kombination der Allele am Extensions- und Agoutigen ergeben sich mehrere mögliche Genotypen für Braun (E/E A/A; E/E A/a; E/e A/A; E/e
A/a). Den Genotyp E/E A/A könnte man als “reinen Braunen” bezeichnen, weil er unabhängig der Anpaarung weder Füchse noch Rappen als Nachkommen aufweisen wird. 
Die Labortypisierung für Fuchsalle und Rappallel ergibt automatisch einen der möglichen Genotypen für Braun.
 
Schimmel:
Echte Schimmel kommen im Gegensatz zu weissgeborenen Pferden “farbig” auf die Welt. Mit zunehmendem Alter setzt eine progressive Vergrauung ein, bei der zum Ende ein praktisch weisses Haarkleid aber unverändert schwarze Haut resultieren (Ausnahmen bilden weisse Abzeichen). Auch beim grundsätzlich dominat vererbten “Schimmeleffekt” gibt es grosse Unterschiede bezüglich Intensität und Geschwindigkeit der Vergrauung.
Wegen der dominanten Wirkung dieses Allels können homozygote Schimmel nur Schimmel als Nachkommen zeugen. Bekannt ist der bis heute nicht vollständig geklärte Zusammenhang zwischen schimmelfarbigen Pferden und der erhöhten Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Melanome (Hautkrebs - “Schimmelkrebs”). 
Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, auch in Verbindung mit den Melanomen, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht verfügbar. Seit Anfang 2002 besteht ein Markertest; dieser ist allerdings nur aussagekräftig, wenn Grosseltern, Eltern und Nachkommen geprüft werden können.
 
Weiss:
Es gibt verschiedene Formen von weissen und gescheckten Pferden, die alle auf unterschiedlichen genetischen Ursachen basieren. Hier sprechen wir von weiss geborenen Pferden, die einen geringen Anteil an Restpigment (Flecken) aufweisen. Bis auf diese Flecken und die dunklen Augen sind die Pferde vollkommen depigmentiert und besitzen eine rosa Haut. 
Das Restpigment (Fleckung) kann man sich als eine Art unvollständige Ausprägung des ansonsten dominant vererbten Weiss vorstellen. Weiss geboren oder dominant Weiss, “überdeckt” sämtliche anderen Farben und wirkt homozygot letal (tödlich). Weiss geborene Pferde sind somit heterozygote Träger eines dominanten Weissallels. 
Es wird deshalb nicht empfohlen, weiss geborene Pferde dieses Farbtyps zu verpaaren. Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht verfügbar.
 
Palomino/Buckskin/Somky Black:
Das Gen C mit dem Allel Ccr hellt das Phäomelanin auf, das ist das rote Pigment was sich stark auf den Phänotyp auswirkt. Ganz besonders gut sieht man es bei Füchsen. Aus denen ergibt sich ein Palomino.
Sie haben eine gold- bis dunkelgoldfarbene Grundfarbe mit weisser bis silbriger Mähne, Schopf und Schweif. Aus einem Braunen, der nicht das Fuchsgen trägt, gibt es einen Buckskin, nicht zu verwechseln mit Dun. 
Seine Körperfarbe ist hellgelb- bis dunkelgelbfarben. Mähne, Schopf, Schweif und Beine sind schwarz. 
Aus einer homozygot, rezessiven Kombination fallen cremefarbene, fast weisse Pferde, die sogenannten Cremellos und Perlinos.
 
Der Cremello/Perlino/Smoky Cream:
Der Cremello/Perlino/Smoky Creme trägt das Gen mit den Allelen CcrCcr und ist somit homozygot (reinerbig). Er ist fast weiss ohne Pigmentierung mit blauen Augen.
In der Anpaarung mit einem farbigen Partner bringt dieser ausnahmslos aufgehellte Fohlen. Fuchs = Palomino; Braun = Buckskin oder Palomino; Rappe = die Smoky Blacks oder Palominos, je nachdem was der farbige Partner trägt. Z.B. eine braune Stute, die Träger des Allels E (Fuchs) ist, kann Palomino oder Buckskin bringen. 
Dies gilt auch für Schecken. Aus Braunschecke kann es Falb- oder Palominoschecke geben. Aus Fuchsschecke gibt es Palominoschecke und aus Rappschecke gibt es Palomino- oder Smoky Blackschecken.
 
Dun:
Nicht zu verwechseln mit dem Buckskin. Der Dun hat eine rote Pigmentauflösung zu hellrot und schwarz zu weiss. Seine Point habe keine Auflösung. Seine Farbauflösung ist begleitet von einem Streifen auf dem Rücken (Alstrich). 
An den oberen Teilen der Beine hat er eine sogenannte Zebrastreifung und am Widerrist einen Querstreifen, wie man es oft bei den Eseln sieht. Sein Gen ist nicht C wie beim Falben sondern er trägt das Gen D.
 
Silver Dapple:
Das Gen für Silver heisst Z und es beeinflusst das Pigment Eumelanin. Es hat Einfluss auf den ganzen Körper, das heisst: Es hellt das Eumelanin auf. Eine starke Dominanz ist bei der Kombination ZZ beobachtet worden, weniger stark ist es bei Mischerbigkeit.
Normale Farbe bedeutet zz. Mit diesem Gen sehen Rappen aus wie Mausfarbene und Braune wie Füchse. Wenn der Unfall passiert und aus zwei Füchsen fällt ein braunes Fohlen, so kann es sein, das ein Elternteil nicht Fuchs, sondern Silver Dapple war.
Dieses Gen betrifft nur Rappen oder Braune. Ein Fuchs kann dieses Gen tragen, ohne es zu zeigen. Eine starke Schimmelung, manchmal in weniger als zwei Jahren, kann bedeuten, dass das Pferd die Kombination Z_,G_ trägt oder auch, wenn das Fohlen weiss zur Welt kommt.
 
Aufgehellter Schopf-Mähne-Schweif:
Aufgehellte Mähne, Schopf und Schweif sieht man vor allem bei Füchsen. Ganz selten auch bei Braunen und Rappen, was ich noch nie in Natura gesehen habe. Sie führen die Kombination "ff", den dieses Gen ist rezessiv.
Bei diesem Gen sind ausschliesslich die Behänge betroffen. Die Behänge der Füchse bekommen durch dieses Gen eine hellblonde, manchmal fast weisse Farbe, was aber nichts mit einem Palomino zu tun hat. 
Bei Braunen ist die Färbung meist ganz dunkelblond und bei Pferden mit schwarzer Pigmentierung kann man diese noch an den Extremitäten feststellen.
 
Raon = Farbwechsler = Mohrenkopfschimmel:
Pferde aller Farben können als Zusatz zu ihrer Grundfarbe Roan aufweisen (bei älteren Schimmeln und weiss geborenen Pferden ist dieser Effekt offensichtlich schlecht zu erkennen!) Den Roanhaareffekt, besitzt ein Pferd ab Geburt.
Verwechslungen mit noch unvollständig vergrauten Schimmeln und Stichelhaarigen liegen auf der Hand und sind natürlich möglichst zu vermeiden. Roan werden dominant vererbt und stehen in Zusammenhang mit dem sogenannten “KIT-Gen”.
Nicht für alle aber für viele Rassen besteht die Möglichkeit eines Markertests (Marklung et al., 1999). Homozygot scheint Roan letal zu sein, analog zur Situation bei der dominaten weissen Farbe. Es wird deshalb ebenfalls davon abgeraten, roanhaarig Pferde dieses Farbtyps miteinander zu verpaaren.
Man muss sich vorstellen, ein Roanfarbiges Pferd wechselt seine Farbe 4x jährlich. Somit hat man quasi zu jeder Jahreszeit ein andersfarbiges Pferd im Stall stehen, obwohl es das gleiche ist.
 
Bis hierher ist es ein Auszug aus dem Genetikbericht, geschrieben von Ch. Röllin, das © liegt bei ihr und es darf nichts kopiert werden
 
Der Tobiano:
Die Tobianoscheckung ist von der Seite her gesehen eine senkrechte Zeichnung, die meistens über die Rückenlinie geht. Dazu haben die Pferde gerne 4 weisse, oder fast weisse Beine und weniger weiss im Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist ganz klar und ruhig.
 
Der Overo:
Die Overoscheckung ist von der Seite her gesehen eine waagerechte Zeichnung, die meist nicht über die Rückenlinie geht. Die Beine sind vorwiegend farbig, dafür zeigen sie sehr viel weiss im Gesicht. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist meist zerissen und ungleichmässig.
Der Tovero:
Der Tovero ist eine Mischung aus Tobiano und Overo.
Der Sabino:
Die Sabinoscheckung beginnt gerne am Bauch, bei Gurtenlage und zieht sich auf der Seite und nach hinten hoch. Der Übergang vom Weiss zur Farbe ist wie beim Overo zerrissen.
 
Der Tigerschecke:
Es gibt div. Arten von Tigerschecken. Die genauere Definition findet ihr hier