Zucht

 Special Color  Genetikbericht

Special Color Pferde

Zuchtziel

Fellfarben Pferdetypen Wie erhalte ich Papiere?
Gen-Testmöglichkeit Glossar z. Genetikbericht GENETIKBERICHT Anpaarungstabelle Das Wunschfohlen
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
    GENETIKBERICHT
       (Vererbungslehre)
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       FARB- UND SCHECKVERERBUNG BEI PFERDEN
          ©Copyright
          Autorin:
          Frau Christina Röllin 
          5625 Kallern
VOM GEN ZUM MERKMAL

Im Zellkern
 
Genom (Gesamtheit der Erbsubstanz DNA)
 
Gen (Teil der Ersubstanz DNA)
 
Allel (Variante eines Gens - dominant, rezessiv)
 
In der Zelle
 
Einwirkung verschiedener Gene
 
Trankription in RNA = Übertragen in DNATranslation in Aminosäure = Abläufe die in Protein umgewandelt werden
 
Proteinsynthese = Eiweissvereinigung
 
Im Organ
 
Einwirkung verschiedener Gene
und Umwelteinflüsse
 
Unterschiedliche Genexpression  = Genausdruck
 
Unterschiedlich differenzierte Zellen
mit unterschiedlichen Aufgaben
 
Zusammensetzung von Zellverbänden
(z.B. Haut und Haarwurzel)
Ausprägung beispielsweise der Fell-, Haut- oder Gliederfarben
 
Typentabelle
 
Farbe
Gen  
Allel
Beschreibung
Schimmel, Grau        
G
G
 
 
farbig g
jede Farbe verändert sich zunehmend zu weiss im Alter
 
jede Farbe bleib, wird nicht weiss
Fuchs
E
eumelanin E 
 
 
phäomelanin e
schwarze (eumelanin)
Pigmentierung in Haut und Haar
 
schwarze (eumelanin) Pigmentierung in
der Haut, rote/gelbe (phäomelanin)
Pigmentierung im Haar.
Rappe
A
Braun A
 
 
 
Schwarz a
schwarze Pigmentierung verteilt in den
Points (Mähne, Schweif, tief schwarze
Beine)
 
die schwarze Pigmentierung ist einheitlich verteilt
Palomino/Falbe
(Buckskin)
C
Farbauflösung Ccr
die rote Pigmentauflösung zu gelb ist heterozygot, homozygot sind beide
rot und schwarz pigmentiert, in Auflösung zu elfenbeinfarbig
Cremello/Perlino
C
volle Farbe CcrCcr
keine Farbauflösung! Körper, Mähne
und Schweif sind weiss bis gelblich,
rosa Haut, meist blaue Augen
Farbe
Gen  
Allel
Beschreibung
Dun
D
Farbauflösung D
 
 
 
 
 
 
 
Normale Farbe d
Sein Körper hat eine rote Pigmentier-auflösung zu hellrot und schwarz zu weiss. Points haben keine Auflösung.
Farbauflösung begleitet von einem Streifen (Alstrich) am Rücken, oberer Teil der Beine (Zebrastreifen) und Querstrich über Widerrist.
 
 
kein Dun, normale Farbe
Champagne
CH
Farbauflösung CH
 
 
 
normale Farbe ch
rote Farbauflösung zu gelb, schwarze Pigmentierung zu braun bis olive, mit einem Metallicschimmer (Achal Tekkiner)
 
normaler Brauner, Fuchs oder Rappe
Silver
Z
Farbauflösung Z
 
 
 
normale Farbe z
schwarze Pigmentauflösung bis choco-
late. Minimale Wirkung von roter
Pigmentierung.
 
Keine Farbauflösung
Weiss
W
W
 
 
volle Farbe w
weiss geborene. Weisse Haare, rosa Haut, dunkle Augen, Homozygot ist tödlich
 
normal Farbener
Roan, Farbwechsler, Mohrenkopfschimmel
RN
RN
 
 
 
nicht gestichelt rn
Das Haar ist eine Mixtur von weiss und jeder anderen Farbe. Points sind
normalerweise dunkel
 
normal Farbener
Farbe
Gen  
Allel
Beschreibung
Tobiano
TO
TO
 
 
 
 
 
 
einfarbig to
weisse Flecken mit klarer Abgrenzung weiss/Farbe. Weiss überquert die
Rückenlinie. Vorwiegend weisse
Beine. Homozygote Gruppe haben ge-
wöhnlich wenig farbige Flecken in
der weissen Fläche.
 
keine weisse Scheckung
Overo
O
O
 
 
 
 
 
 
einfarbig o
weisse Flecken charakterisieren
den Overo beim horizontalen Muster.
Verzettelte Abgrenzung Weiss/Farbe.  Gewöhnlich dunkle Beine. Weiss
überquert nicht die Rückenlinie. Homozygot ist tödlich.
 
keine weisse Scheckung
Sabina
SB
SB
 
 
 
 
 
 
 
einfarbig sb         
Sabinas werden oft mit Overos
verwechselt. Ausgangspunkt der
Weissfärbung ist der Sattelgurt und die Randzeichnung. Weiss/Farbe zer-
rissen und gezahnt. Haufig farbige
Punkte in den weissen Randzonen.
Max. Weisszeichnung ist nicht tödlich.
 
keine weisse Scheckung
Tigerschecke
LP
LP
 
 
 
 
 
 
einfarbig lp 
auch wissen wir, das Appaloosas
oder Tigerschecken eine variable
Scheckung von rot und gefleckt,  begleitet von gesprenkelter Haut haben. Über Augapfel weisse Haut. Homozygot gesamt weisser als Hetrozygot.
 
keine Tigerscheckung
 
DIE WEITERGABE DER ALLELE VON DEN ELTERN AUF DIE NACHKOMMENGENERATION
 
Allgemeines
 
Die Geschlechtszellen (Samen- und Eizellen) stehen am Anfang einer jeden Säugetierentwicklung. Samen- und Eizellen in der Eltengeneration sind unter anderem das Produkt eines Zellteilungsprozesses, den man als Meiose bezeichnet. Diese verläuft, vereinfacht dargestellt, wie folgt ab:
 
Jedes normale gesunde Pferd besitzt 64 Chromosomen, auf denen die gesamte Erbinformation (DNA) verteilt ist. 31 dieser Chromosomen sind in jedem Pferd väterlichen und 31 mütterlichen Ursprungs. Dazu kommen beim Hengst (X/Y) noch jeweils ein Y-Chromosom vom Vater und ein X-Chromosom von der Mutter.
 
Eine Stute besitzt zweimal das X-Chromosom, eines erhält sie vom Vater, eines von der Mutter. Während der Meiose wird nun der Gesamtchromosomensatz (64) des Pferdes geteilt. D.h. die Samenzellen eines Hengstes besitzen am Ende jeweils 31 Chromosomen plus X oder Y und die Eizellen der Stute besitzen am Ende jeweils 31 Chromosomen plus ein X.
 
Bei der Befruchtung kommen zwei solche “Hälften” wieder zusammen und bilden wiederum den Gesamtchromosomensatz von 64 inkl. X/Y oder X/X je nachdem ob es sich um ein männliches oder ein weibliches Pferd handelt.
 
Der Anschaulichkeit und Eifachheit halber sei im Folgenden dieser Prozess der Meiose noch an einem einzelnen väterlichen und mütterlichen Chromosom dargestellt. Nehmen wir dazu an, dass die Fuchsfarbe oder auch die Rappfarbe ebenfalls auf diesem einen Chromosom liegen:
 
Liste der zur Zeit möglichen typisierbaren Genotypen
bei Extensions- und Agoutigen inkl. dazugehöriger Phänotyp
 
 
(Dabei wird vorausgesetzt, dass ein Pferd keine weiteren Farbeffekte aufweist; also nicht zusätzlich ein Schimmel, weiss Geborener, Stichelhaariger, Schecke etc. ist).
 

Genotyp

Bezeichnung

AA EE

Reines Braun

AA Ee

Braun und Fuchsallelträger

AA ee

Fuchs

Aa EE

Braun und Schwarzallelträger

Aa Ee

Braun und Fuchsallelträger und Schwarzallelträger

Aa ee

Fuchs und Schwarzallelträger

aa EE

Reines Schwarz (Rappe)

aa Ee

Schwarz (Rappe) und Fuchsallelträger

aa ee

Fuchs und Schwarzallelträger (“versteckter” Rappe)

 
Unterscheidung
 
Pferde reagieren auf visuelle Eindrücke. Farben spielen dabei eine wesentliche Rolle. Nicht zuletzt deswegen haben Fell- und Gefiederfarben in der Nutztierzucht immer eine wichtige Bedeutung eingenommen.
 
Oft unterscheiden sich Rassen, genetisch gesehen hauptsächlich durch unterschiedliche, historisch gewachsene Farbzeichnungen. Beispielsweise seien erwähnt; der American Paint Horses, welche man grundsätzlich als geflecktfarbige Variante des Amerikan Quater Horses bezeichnen kann.
 
Pferderassen verfügen in der Regel über eine breite Palette von Fellfarben; z.B. Araber, Freiberger, Isländer usw.. Aber selbstverständlich gibt es auch gewichtige Ausnahmen. Diese haben eine rassentypische Fellfarbe: Z.B. die Schimmel der Camargue, die schwarzen Perlen Frieslands oder die Haflinger Füchse mit ihrem hellen Schweif und der hellen Mähne.
Vor kurzem ist es gelungen, auf Ebene der DNA (Erbsubstanz) in bestimmten Genen Unterschiede aufzuzeigen, welche die Grundfarben des Pferdes bestimmen. Wir möchten zeigen, wie sie diese Erkenntnisse in Zukunft konkret umsetzen können:
 
Pigmentbildenden Zellen
 
Abgesehen vom Augenpigment stammen die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) beim Pferd aus der Neuralleiste, einem Teil des embryonalen Gewebes. Diese bringt auch andere Zellarten von grosser Bedeutung hervor (u.a. Vorstufen der Keimzellen und der roten Blutkörperchen). Es liegt deshalb auf der Hand, dass Störungen während der Embryonalentwicklung sowohl auf die spätere Farbausprägung, wie auch auf Körperfunktionen einen Einfluss haben können. Beispielsweise auf die Fruchtbarkeit oder den Stoffwechsel ganz allgemein.
 
Fell- und Hautfarbe
 
Die Fell- und Hautfarbe der Pferde wird durch hauptsächlich zwei Pigmentformen festgelegt: Die schwrz/braune Form bezeichnet man als Eumelanin, die rot/gelbe als Phäomelanin. Beide werden in Organellen innerhalb spezialisierter Körperzellen, den erwähnten Melanozyten, gebildet. Während der Pigmentsynthese durchlaufen die Melanozyten einen Entwicklungs- und Reifungsprozess, der von vielen verschiedenen Genen beeiflusst wird. Bei jedem Schritt in diesem Prozess können Veränderungen letztendlich zu unterschiedlichen Farben und Farbnuancen führen.
 
Gene
 
Als Gene bezeichnet man bestimmte Abschnitte auf der Erbsubstanz (DNA), welche den primären Aufbau von Eiweissen, auch Proteine genannt, in Form eines Codes beinhalten. Gene können in verschiedenen Formen auftreten (Allele), was in der Folge zu verschiedenen Proteinvarianten führt. Varianten eines bestimmten Gens (Allel) weden in dominanter oder rezessiver Weise von den Eltern an die Nachkommen weitervererbt.
 
Ausgereifte Melanozyten, die sich im Bereich der Haarwurzeln und bestimmten Schichten der Haut befinden, erhalten, vereinfacht gesagt, ein hormonelles Signal. Dieses Signal wird von den Zellen erkannt (Rezeptor) und veranlasst sie, dunkles Pigment, also Eumelanin, zu synthetisieren und über den Körper auszubreiten. Das dafür verantwortliche Gen wird deshalb als Extensionsgen bezeichnet und seine Allele mit den Buchstaben “E” (dominantes Allel) oder “e” (rezessives Allel) abgekürzt. Als Gegengewicht existiert ein anderes Hormon das die Wirkung des vorher erwähnten hormonellen Signals herabsetzt oder ganz aufhebt. Dieses Gen wird als “Agoutigen” bezeichnet und seine Allele mit den Buchstaben “A” (dominantes Allel) oder “a” (rezessives Allel) abgekürzt. Es besteht eine Wechselwirkung zwischen den Allelen des Extensionsgens und des Agoutigens. Aus der Wechselwirklung zwischen den verschiedenen Allelen (E, e, A, a) an diesen beiden Genorten, resultieren die drei Grundfarben des Pferdes: Fuchs, Braun und Schwarz.
 
Aufbau und Struktur von Extensions- und Agoutigen
 
Seit kurzer Zeit kennt man beim Pferd Aufbau und Struktur von Extensions- und Agoutigen detailliert. Die verschiedenen Varianten der beiden Gene, die Allele, lassen sich mittels Labortechniken aus der Molekularbiologie an jedem beliebigen Pferd aus der DNA bestimmen. Damit können Zuchttiere typisiert und die möglichen Farben von Nachkommen aus einer bestimmten Anpaarung abgeleitet werden. Andersrum kann man jetzt, wenn das “genetische Farbmuster”, der sogenannte Genotyp, der Elterntiere vorliegt, Paarungen auch ganz gezielt vornehmen, und damit die Chance, einen Nachkommen bestimmter Farbe zu erzeugen, kräftig erhöhen.
 
Farbvererbung
 
Beim Pferd werden sowohl die Fuchsfarbe wie auch Schwarz in rezessiver Form vererbt. D.h. beide Eltern müssen jeweils ein Fuchs- bzw. ein Schwarzallel an ihre Nachkommen weitergeben damit Monate später auch effektiv ein Fuchs bzw. ein Rappe das Licht der Welt erblickt. Wird nur von einem oder gar keinem Elternteil das entsprechende Allel weitergegeben, kommt weder die Fuchsfarbe noch der Rappe zur Ausprägung und das Resultat wäre dann ein Brauner.
 
Aus dem vorherigen Abschnitt wird ersichtlich, dass bei rezessiv vererbten Merkmalen Tiere Träger eines rezessiven Allels sein können, ohne das dies äusserlich erkennbar wäre. Auf diese Weise können Merkmale zwischen den Generationen auftauchen und wieder verschwinden. Ohne Nachzucht und ohne genauste Pedigree(Stammbaum) Kenntnisse ist es allerdings schwierig zu wissen, ob ein Pferd Träger eines bestimmten Merkmals, z.B. der Rappfarbe ist, oder nicht.
 
Test zur Typisierung auf Trägerschaft oder Reinerbigkeit der Farbvarianten
 
Unsere Tests ermöglichen die Typisierung auf Trägerschaft oder Reinerbigkeit der Farbvarianten Fuchs, Braun und Schwarz am Einzeltier; und dies wie erwähnt auch dann, wenn bei einem beliebigen Pferd, die entsprechenden Farben selbst nicht ausgeprägt sind und aus dem Pedigree nicht eindeutig hervorgeht, welche Farbvarianten das Tier aller Wahrscheinlichkeit nach in sich trägt.
 
Dem interessierten Züchter stehen somit Hilfsmittel zur Verfügung, die ihm für diese Merkmale ein etwas gezielteres Management seiner Herde ermöglichen und ihm erlauben auf spezifische Farbwünsche seiner Kundschaft schneller zu reagieren.
 
Auf der anderen Seite lassen sich damit auch auf Rassenebene Farben fördern oder eher ausschliessen, je nachdem wie dies von den Züchtern gewünscht wird. Beispielsweise beim Friesen und Mérens, zwei Rassen, die nur Rappen zulassen, können so Anpaarungen zwischen Trägertieren des Fuchsallels vermieden werden.
 
Die Frequenz des in diesen beiden Rassen unerwünschten Fuchsalles bleibt damit in der Population tief und fuchsfarbene Freisen bzw. Mérens treten nicht mehr auf.
 
Verschiedene Forschungsgruppen der Welt beschäftigen sich mit der Genetik. Neben einem rein wissenschaftlichen Interesse an der Grundlagenbiologie dieser Spezies, d.h. der Erforschung seines Genoms (Gesamtheit der Erbsubstands DNA des Pferdes), wird versucht, moderne Hilfsmittel für die medizinische Diagnostik wie auch ergänzende Selektionshilfen für die Züchter bereitzustellen (genetische Tests, Gen- und Markerkarten,
 
Abstammungskontrolle etc.). Abgesehen von der direkten Anwendung im züchterischen Sinne, interessieren Fellfarben in dem Zusammenhang ganz allgemein als Modelle in der Vererbungslehre, wie auch dem Studium der genetischen Varianz innerhalb oder zwischen Tierpopulationen (Stichwort Biodiversität).
 
In Zürich forschen wir zur Zeit, in Zusammenarbeit mit dem Nationalen Gestüt Avenches und dem Schweizerischen Freiberzuchtveband, an den dunkleren Nuancen von Braun und Fuchs sowie an Grau (Schimmel) und Weiss (weiss geboren). Andere Gruppen beschäftigen sich mit den Scheckungen, der Appaloosazeichnung wie auch der Aufhellung der Grundfarben zu Palomino bzw. Isabell.
 
Wer Interesse hat, seine Pferde auf die vorgestellten Grundfarbentypen zu testen, wende sich bitte an mich (Christina Röllin, Kallern, Tel. 056 666 20 64 oder 078 606 20 64). Ich werde so gut es geht Auskunft geben und alles gegebenenfalls weiterleiten. Ein paar ausgezupfte Mähnen- und Schweifhaare (WICHTIG! mit Wurzel) oder aber eine EDTA-Blutprobe reichen für die Untersuchung; Preise nach Menge und Absprache.
 
 
DEFINITON EINIGER GRUNDFELLARTEN BEIM PFERD

Braun
Vereinfacht gesagt und nur bezogen auf die beiden Gene für Fuchs (Extension) und Schwarz (Agouti), ist jedes Pferd, was nicht ein Fuchs oder ein Rappe ist, ein Brauner. Das Haarkleid variiert von rötlich-braun bis dunkelbraun mit deutlich anders d.h. schwarzgefärbten
Schopf-, Mähnen-, Schweif- und Extremitätenhaar (wiederum Ausnahme weisse Abzeichen). Die braune Farbe vererbt sich dominant gegenüber Fuchs und Schwarz. Durch die Kombinatin der Allele am Extensions- und Agoutigen ergeben sich mehrere mögliche Genotypen für Braun (E/E A/A; E/E A/a; E/e A/A; E/e A/a). Den Genotyp E/E A/A könnte man als “reinen Braunen” bezeichnen, weil er unabhängig der Anpaarung weder Füchse noch Rappen als Nachkommen aufweisen wird. Die Labortypisierung für Fuchsalle und Rappallel ergibt automatisch einen der möglichen Genotypen für Braun.
 
Fuchs
Homogene “rötlich-gelbe” bis “rötlich-braune” Fellfarbe; Schopf und Mähne, Schweif und Extremitäten sind gleichfarbig wie der Rest der Körperbehaarung (allfällige weisse Abzeichen an Kopf und Beinen sind davon natürlich ausgenommen). Die Fuchsfarbe kann von hell bis dunkel variieren. Sie wird rezessiv vererbt und basiert auf einer Punkmutation im sogenannten “Extensionsgen” (Marklund et al., 1996) Das Fuchsallel kann im Labor per Test nachgewiesen werden. Fuchsfarbige Pferde sind homozygot für dieses Allel. Die offizielle genetische Bezeichnung (Genotyp) dafür ist “e/e”.
 
Rappe / Schwarz
Analog zum Fuchs besitzen Rappen einen einheitlich homogenes aber schwarzes Haarkleid; insbesondere haben sie keine deutlichen Aufhellungen an Maul, Augen und Flanke (Ausnahmen bilden wiederum weisse Abzeichen). Auch die schwarze Fellfarbe unterliegt leichter Varianten. So finden sich Pferde, die abhängig von der Jahreszeit, ev. der Haltung (viel oder wenig der Sonne ausgesetzt) etwas heller oder dunkler erscheinen oder gar einen leichten Rotschimmer aufweisen. Schwarz wird beim Pferd ebenfalls rezessiv vererbt und basiert auf einem DNA-Verlust (Deletion) im “Agoutigen” (Rieder et al., 2001). Das Rappallel kann im Labor per Test nachgewiesen werden. Schwarze Pferde sind homozygot für diese Deletion. Die offizielle genetische Bezeichnung (Genotyp) dafür ist “a/a”. Merke: Die Fuchsfarbe “überdeckt die Wirkung des Rappalles (ist epistatisch). D.h. Pferde mit dem Genotyp “e/e” am Extensionsgen und “a/a” am Agoutigen sind äusserlich immer Füchse und nur “versteckt”, genetisch gesehen, gleichzeitig auch Rappen.

Schimmel
Echte Schimmel kommen im Gegensatz zu weissgeborenen Pferden “farbig” auf die Welt. Mit zunehmendem Alter setzt eine progressive Vergrauung ein, bei der zum Ende ein praktisch weisses Haarkleid aber unverändert schwarze Haut resultieren (Ausnahmen bilden weisse Abzeichen). Auch beim grundsätzlich dominat vererbten “Schimmeleffekt” gibt es grosse Unterschiede bezüglich Intensität und Geschwindigkeit der Vergrauung.
 
Wegen der dominanten Wirkung dieses Allels können homozygote Schimmel nur Schimmel als Nachkommen zeugen. Bekannt ist der bis heute nicht vollständig geklärte Zusammenhang zwischen schimmelfarbigen Pferden und der erhöhten Wahrscheinlichkeit zur Entwicklung von Melanome (Hautkrebs - “Schimmelkrebs”).
 
Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, auch in Verbindung mit den Melanomen, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht verfügbar. Seit Anfang 2002 besteht ein Markertest; dieser ist allerdings nur aussagekräftig, wenn Grosseltern, Eltern und Nachkommen geprüft werden können.
 
Weiss
Es gibt verschiedene Formen von weissen und gescheckten Pferden, die alle auf unterschiedlichen genetischen Ursachen basieren. Hier sprechen wir von weiss geborenen Pferden, die einen geringen Anteil an Restpigment (Flecken) aufweisen. Bis auf diese Flecken und die dunklen Augen sind die Pferde vollkommen depigmentiert und besitzen eine rosa Haut.
 
Das Restpigment (Fleckung) kann man sich als eine Art unvollständige Ausprägung des ansonsten dominant vererbten Weiss vorstellen. Weiss geboren oder dominant Weiss, “überdeckt” sämtliche anderen Farben und wirkt homozygot letal (tödlich).
 
Weiss geborene Pferde sind somit heterozygote Träger eines dominanten Weissallels. Es wird deshalb nicht empfohlen, weiss geborene Pferde dieses Farbtyps zu verpaaren. Verschiedene Kandidatengene werden zur Zeit auf Mutationen untersucht, ein praxisreifer Test auf das Allel ist aber noch nicht verfügbar.

Raon = Farbwechsler = Mohrenkopfschimmel:
Pferde aller Farben können als Zusatz zu ihrer Grundfarbe Roan aufweisen (bei älteren Schimmeln und weiss geborenen Pferden ist dieser Effekt offensichtlich schlecht zu erkennen!) Den Roanhaareffekt, besitzt ein Pferd ab Geburt.
Verwechslungen mit noch unvollständig vergrauten Schimmeln und Stichelhaarigen liegen auf der Hand und sind natürlich möglichst zu vermeiden. Roan werden dominant vererbt und stehen in Zusammenhang mit dem sogenannten “KIT-Gen”.
Nicht für alle aber für viele Rassen besteht die Möglichkeit eines Markertests (Marklung et al., 1999). Homozygot scheint Roan letal zu sein, analog zur Situation bei der dominaten weissen Farbe. Es wird deshalb ebenfalls davon abgeraten, roanhaarig Pferde dieses Farbtyps miteinander zu verpaaren.

Bis hierher ist es ein Auszug aus dem Genetikbericht, geschrieben von Ch. Röllin, das © liegt bei ihr und es darf nichts kopiert werden
 
Palomino/Buckskin/Smoky Black
Das Gen C mit dem Allel Ccr hellt das Phäomelanin auf, das ist das rote Pigment was sich stark auf den Phänotyp auswirkt. Ganz besonders gut sieht man es bei Füchsen. Aus denen ergibt sich ein Palomino.
Sie haben eine gold- bis dunkelgoldfarbene Grundfarbe mit weisser bis silbriger Mähne, Schopf und Schweif. Aus einem Braunen, der nicht das Fuchsgen trägt, gibt es einen Buckskin, nicht zu verwechseln mit Dun. 
Seine Körperfarbe ist hellgelb- bis dunkelgelbfarben. Mähne, Schopf, Schweif und Beine sind schwarz. 
Aus einer homozygot, rezessiven Kombination fallen cremefarbene, fast weisse Pferde, die sogenannten Cremellos und Perlinos.
 
Cremello/Perlino/Smoky Cream
Der Cremello/Perlino trägt das Gen mit den Allelen CcrCcr und ist somit homozygot (reinerbig). Er ist fast weiss ohne Pigmentierung mit blauen Augen. In der Anpaarung mit einem farbigen Partner bringt dieser ausnahmslos aufgehellte Fohlen. Fuchs = Palomino; Braun = Buckskin oder Palomino; Rappe = die sogenannten Smoky Blacks oder Palomions, je nachdem was der farbige Partner trägt. Z.B. eine braune Stute, die Träger des Allels E (Fuchs) ist, kann Palomino oder Buckskin bringen. Dies gilt auch für Schecken. Aus Braunschecke kann es Buckskin- oder Palomionschecke geben. Aus Fuchsschecke gibt es Palomionschecke und aus Rappschecke gibt es Palomino- oder Smoky Blackschecke.

Dun
Nicht zu verwechseln mit dem Buckskin. Der Dun hat eine rote Pigmentauflösung zu hellrot und schwarz zu weiss. Seine Point habe keine Auflösung. Seine Farbauflösung ist begleitet von einem Streifen auf dem Rücken (Alstrich).
 
An den oberen Teilen der Beine hat er eine sogenannte Zebrastreifung und am Widerrist einen Querstreifen, wie man es oft bei den Eseln sieht. Sein Gen ist nicht C wie beim Buckskin sondern er trägt das Gen D.
 
Aufgehellte Mähne, Schopf und Schweif
Aufgehellte Mähne, Schopf und Schweif sieht man vor allem bei Füchsen. Ganz selten auch bei Braunen und Rappen, was ich noch nie in Natura gesehen habe. Sie führen die Kombination "ff", den dieses Gen ist rezessiv.
Bei diesem Gen sind ausschliesslich die Behänge betroffen. Die Behänge der Füchse bekommen durch dieses Gen eine hellblonde, manchmal fast weisse Farbe, was aber nichts mit einem Palomino zu tun hat. 
Bei Braunen ist die Färbung meist ganz dunkelblond und bei Pferden mit schwarzer Pigmentierung kann man diese noch an den Extremitäten feststellen. 
 
Silver
Das Gen für Silver heisst Z und es beeinflusst das Pigment Eumelanin. Es hat Einfluss auf den ganzen Körper, das heisst: Es hellt das Eumelanin auf. Eine starke Dominanz ist bei der Kombination ZZ beobachtet worden, weniger stark ist es bei Mischerbigkeit.
Normale Farbe bedeutet zz. Mit diesem Gen sehen Rappen aus wie Mausfarbene und Braune wie Füchse. Wenn der Unfall passiert und aus zwei Füchsen fällt ein braunes Fohlen, so kann es sein, das ein Elternteil nicht Fuchs, sondern Silver Dapple war.
Dieses Gen betrifft nur Rappen oder Braune. Ein Fuchs kann dieses Gen tragen, ohne es zu zeigen. Eine starke Schimmelung, manchmal in weniger als zwei Jahren, kann bedeuten, dass das Pferd die Kombination Z_,G_ trägt oder auch, wenn das Fohlen weiss zur Welt kommt.
 
Tobiano
Die Vererbung des Tobianos ist dominant, also muss auch mindestens ein Elternteil Tobiano sein. Dieses Gen ist sehr leicht in einer Rasse zu fixieren, aber genau so leicht wieder zu entfernen. Die Abgrenzung dieser Scheckung ist meistens klar, ohne Verzettelung und Farbvermischung. Seine Ränder sind regelmässig.

Es gibt Minimumtobianos, ganz wenig weiss bis Maximumtobianos, sehr viel weiss. Es scheint, dass die Weissfärbung immer vom Schweifansatz, der Niere und dem Widerrist ausgeht und verbreitet sich dann von oben nach unten. Seine Tendenz ist also vertikal. Das weiss sollte die Rückenlinie überqueren. 
 
Seine Stiefelung ist stärker ausgeprägt als bei "normalen" Pferden, bis zu ganz weissen Beinen. Von einer eventuellen Blesse einmal abgesehen haben die Tobianos meist mehr Farbe am Kopf.
 
Overo
Das für die Overoscheckung verantwortliche Gen ist dominant, jeder Overo muss also wenigstens ein Overoschecke unter seinen Eltern haben. Es kann nie aus einem Schimmel ein Overo fallen, da er, wie auch der Tobiano, mit der Zeit seine Farbe verlieren kann (Porzelanschecken). Seine Zeichnung ist recht kompliziert. 
 
Die Ränder sind nicht klar abgegrenzt, sein Kopf zeigt meistens viel weiss und die Beine sind meistens farbig, wenn wir mal von seiner Stiefelung absehen wollen. Der Ausgangspunkt sind Hals, Bauch und die Flanken. 
 
Das Weiss überschneidet die Rückenlinie fast nie. Er hat eine horizontale Tendenz. Es gibt minimal Overos, sie sehen fast aus wie Einfarbige, haben aber meistens irgendwo einen kleinen, versteckten weissen Fleck. Darum meint man, sie seien Einfarbig, aber in Wirklichkeit sind sie Overos. Aus diesem Grund sagte man früher, sie wären rezessiv.
Dies ist leider falsch.
 
Ein Overo oder ein Tobiano, der in seiner Ahnenlinie einen Overo hatte kann Träger der Allels Overo lethal white sein (
OLWS = Overo Lethal Withe Syndrom)
. Die Fohlen kommen weiss auf die Welt und sterben innerhalb von 48 Std.. Sie sind nicht lebensfähig, da sie einfach gesagt keine Nerven im Darm haben und sie somit nicht misten können. Hier ist bitte Vorsicht geboten!

Sabino
Ein Sabinoschecke gleicht einem Overo und wird deshalb auch manchmal irrtümlich als Overo bezeichnet. Die Vererbung des Sabinos ist wie beim Tobiano und Overo dominant. Sein Hauptunterschied ist sein Ausgangspunkt.
 
Es ist die Weissfärbung (Sattelgurt) und die Randzeichnung. Das Weiss ist am Rande wie zerrissen und gezahnt. Auch findet man häufig farbige Punkte im weissen Bereich (Randzonen). 
 
Dies sieht aus wie bei einem Hermelin. Die max. Weisszeichnung erstreckt sich übers ganze Pferd, ist aber nicht tödlich.
Das Gen für die Sabinascheckung heisst SB. 
 
Leopardenschecken/Tigerschecken
Die Grundfarbe des Tigerschecken ist weiss. Er hat Flecken von der Kruppe ausgehend, bis über den ganzen Körper verteilt. Diese können sich aber auch nur über die Kruppe begrenzen (Schabraktiger). 
 
Die Flecken können eine Grösse von Stecknadelkopf, bis zu Straussenei haben. Es kann auch eine sogenannte Aura um die Flecken haben. Auch hier gibt es übrigens Weissgeborene, bei denen die Flecken manchmal noch auf der Haut sichtbar sind, nicht mehr aber im Fell.
Es gibt jegliche Farbe bei den Flecken, also: Fuchstiger-, Brauntiger- und Rapptigerschecke, genau so gibt es auch hier Einfarbige!
 
Hier sei erwähnt, das es nicht gestattet ist, einen Tigerschecken mit einem Plattenschecken (Tobiano, Overo oder Sabina) anzupaaren. Diese Fohlen bekommen keine regulären Papiere. !!

Um das Pferd testen zu können braucht man die Haare des Tieres mit der Wurzel oder über das Blut, was einfacher wäre und man nach Jahren das gleiche Tier noch auf etwas anderes Nachtesten kann. Z.B. Jetzt ein Test des Allels „overo little white“ und nach ein paar Jahren ein Farbträgertest!
  
Ich stehe gerne jedem Interessierten bei Fragen zur Verfügung. Wenn jemand sein Pferd auf etwas Testen möchte, kann man sich auch bei mir erkundigen!

Dieser Bericht werde ich in gewissen Abständen überarbeiten und immer wieder auf den neuesten Stand bringen.

Tina Röllin
Brunnenhof 35, 5625 Kallern
Tel. 056 666 20 64
tina.roellin@tinas-ranch.ch
 
INFORMATIONSQUELLEN 
Mit freundlicher Unterstützung und Einverständnis zur Veröffentlichung danke ich:  
 
Dr. Stefan Rieder 
Züchtungsbiologie
Institut für Nutztierwissenschaften
ETH Zürich